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Das Ruhrtalmuseum

Kultur- und Weiterbildungsbetrieb

- KuWeBe -

Brückstraße 14

58239 Schwerte

Tel. 02304-104822

 

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Das 17. Jahrhundert

1600

  • Albert Pepper stirbt im Alter von 82 Jahre.

1602

  • Ein Jahr vor seinem Tod stiftet Hermann Fley insgesamt vier Freiplätze zum Studium in Köln. Sie werden mit strengen Maßnahmen verbunden unter anderem durfen die Kandidaten keine Ketzer sein.

1610

  • Der Jude Nathan zieht in ein Haus im 8. Schicht ein.
  • Im Oktober legen die alten Bürgermeister Hermann von Nehem und Johann Lodewich ein Register zur "..Schatzungh dero Stadt und eingesessener Bürgerschaft zu Schwerte.." an.
  • In Zusammenhang mit der Erhebung von Steuern treten die Schichte auf. Die Schätzungsliste teilt die Bürgerschaft nach den 10 Schichten ein.

1612

  • Der meist besteuerte Bürger Schwertes, Philip Syberg, der auf dem heutigen Wuckenhof in einem großen Areal wohnte, befindet sich in einem heftigen Streit mit der Stadt Schwerte, weil Syberg für sich adlige Herkunft und damit Steuerfreiheit beansprucht.

1615

  • Bürgermeister ist Johann Becker.

1621

  • Der reformierte Prediger Georg Grüter wird durch Kurfürst Georg Wilhelm in Schwerte eingesetzt.

1622

  • Johannes Gödde stirbt hochgeehrt in Marburg.
  • In Februar nehmen die Spanier Schwerte vermutlich kampflos ein. Sie richten keinen Schaden an, verlangen aber Kontributionen und belasten die Stadt mit der Einquartierung von Soldaten.
  • Der reformierte Prediger Georg Grüter wird von den Spaniern vertrieben.
  • In Schwerte wahrscheinlich von Soldaten eingeschleppt wütet die Pest. Der Pfarrer von St. Marien zu Dortmund notiert: "..Item in diesem Sommer in eine solche Pestilentz binnen Schwerte gewesen, daß in kurtzer Zeit an die 300 Personen darinne gestorben, und unter anderen daselbst der Pastor, Caplan, Scholmester, Coster und Organist daran gestorben.."

1626

  • Am 8.Juli greift "..ein statische Partei.." (Niederländer) das von Spaniern besetzte Schwerte an. Der Angriff scheitert weil die Spanier von einem Turm aus die Eindringlinge verjagen können.

1629

  • Das Gut zu Dahlbüdding wird seitens der Stadt an Johann von Friesendorp zu Dortmund verpfändet.

1631

  • Heftig befehdet von der lutherischen Kirchengemeinde kehrt der reformierte Prediger Georg Grüter zurück.

1635

  • Der kaiserliche Feldherr "..plagt.." Stadt und Amt Schwerte.
  • In Schwerte fallen 155 Personen der Pest zum Opfer.

1636

  • Der reformierte Prediger Georg Grüter verläßt Schwerte und wird Lehrer an der Hohen Schule in Herborn.

1637

  • In Schwerte fallen weitere 400 Personen der Pest zum Opfer. Bis 1640 fallen die Zahl der Todesopfer auf 29 Personen.
  • In Schwerte werden nicht nur Haus und Hof, sondern auch Garten- und Ackerland, der Viehbesitz, das Gewerbe, Bargeld und Forderungen besteuert.

1639-1641

  • Amtszeit des Hermann Fley gen. Stangefol als Rektor der Universität Köln.

1640

  • "Annales Circuli Westphalici" von Hermann Fley gen. Stangefol erscheint.

1642

  • Auf Veranlassung des (reformierten) Amtmanns von der Marck bestraft die Regierung den luthischen Pfarrer Matthias Glaser mit einer Geldstrafe von 20 Goldgulden. Er habe in der als Simultaneum genutzten St.Viktorkirche den Gottesdienst der Reformierten ständig gestört.

1650

  • Die Vikarie in der Hüsingskapelle wird übertragen, um für Schulden in Köln einzustehen.

1652

  • Zwischen der lutherischen und reformierten Gemeinden bricht erbitterter Haß aus. Die lutherische Gemeinde verweigert dem Nachfolge des reformierten Predigers Georg Grüter Ernesti das Begräbnis in St.Viktor.
  • Neben Hamm, Lünen, Kamen und Unna gründen die Leineweber in Schwerte eine Zunft.

1653

  • Die Beisetzung des (reformierten) Amtmanns gerät zur Skandal. Bis zu einem Ausgleich zwischen Lutheranern und Reformierten bleibt die Leiche des Amtmanns monatelang unbestattet.

1654

  • Jacob Vogel streckt der Stadt Schwerte 1320 Mark als Vorschuß für die zu erwartende Akzise vor. Er bezahlt anfallende Arbeiten an den Stadttoren und rechnet nach Ablauf eines Jahres mit der Stadt ab.
  • In einem Vergleich den Lutheranern erhalten die Reformierte mit dem städtischen Weinhaus ein eigenes Gotteshaus.

1656

  • "16.Martini. Es hatten vier Eiserne stücke (Kannonen) darin (Hospitalskapelle) gestanden, die in Kriegszeitten für iede pforte gefahren."

1659

  • Am 23.März bricht im Haus von Bürgermeister Sachsenscheidt Feuer aus, das bei starkem Südostwind den Stadtkern einschließlich des Heilig-Geist-Hospitals und 200 Häuser vernichtet. Drei alte Frauen aus dem Hospital sterben in den Flammen.

1660

  • Mit dem Tod des lutherischen Pfarrers Matthias Glaser fallen 3 Vikarien, die auf Stiftungen der Herren zu Villigst an St. Viktor zurückzuführen sind, dem reformierten Pfarrer zu.

1661

  • Am 14.März bricht in Schwerte wieder Feuer aus. 50 Häuser um den Markt gehen in Flammen auf.
  • "Im Monat September hat Heinrich Leyendecker mit seinem Sohn Peter die Kügel auf dem Kirchturm, die schon herabzustürtzen drohte, mit Nageln befestigt und in den frühen Zustand zurück versetzt. Peter ritt dabei zu aller angstvollem Staunen auf der Kügel." (Res gestae, Stadtarchiv Schwerte)

1664-65

  • "Am Ende des Jahres 1664 und in den ersten beiden Monaten des Jahres 1665 sah man auf dem ganzen Erdkreis sehr viele und mannigfaltige Zeichen und Wunder in der Luft und am Himmel. Auch wir sahen hier am Ort einige Wochen lang feurige Ruten mit länglichem Schweif und dickem Körper, deren Bedeutung uns aber verborgen blieb, erstaunt und bestürzt." (Res gestae, Stadtarchiv Schwerte)

1669

  • Am 19.Februar in der Nähe des Westentors bricht ein Feuer aus, das binnen wenigen Stunden mehr als 100 Häuser zerstört. Nur durch die Hilfe einer herbeieilenden Löschkolonne aus Hörde rettet die St. Viktorkirche vor dem Untergang.

1673

  • In Schwerte sterben 214 Personen an Epidemien (Pest und Dysenterie).
  • Die Heere Ludwigs XIV brechen in Westfalen ein und kommen auch nach Schwerte, wo "..die Bürger von den Franzosen mit unerträglichen Brandschatzungen belegt.." werden.

1674

 

  • Die Kramer und Höker ebenso die Schuhmacher und Lohgerber in Schwerte präsentieren dem Notar Zweihaus Zunftbriefe aus dem 14.Jhd.

1675

  • Eine Mäuseplage vernichtet einen großen Teil der Ernte in Schwerte.

1679

  • Die Heere Ludwigs XIV sind wieder in Schwerte, wo "..die Bürger von den Franzosen mit unerträglichen Brandschatzungen belegt.." werden.

1681

  • Dr. Peter König aus Herbede erwerbt die Anwartschaft auf die Stelle eines Schwerter Richters und wird im gleichen Jahr als Bergvogt und Bergrichter eingesetzt.

1682-83

  • Nach schlechtem Wetter und Insektenbefall gibt es in weiten Teilen Westfalens Hungersnot.

1684

  • In Schwerte sterben weitere 126 Personen an Epidemien (Pest und Dysenterie).
  • Am Standort der alten schon zerfallenen Marienkapelle an der Hüsingpforte wird mit dem Neubau einer katholischen Kapelle begonnen. Sie kostet 600 Rtlr. und hat eine Grundriß von 12,5 x 8,6m.
  • Am Kirchhof wird eine lutherische Schule gebaut.

1686

  • Der Bau der neuen katholischen Marienkapelle wird fertiggestellt.

1690

  • Ein Verzeichnis der Armenrenten gibt Aufschluß über das Spital an, das über den Besitz von über 28 Kornrenten, 9 Gartenpächte und 75 Geldrenten verfügt.
  • Dr. Peter König wird als Schwerter Richter installiert und verlegt seinen Wohnsitz endgültig nach Schwerte.

1693

  • Die Reformierten beanspruchen einen Sitz im Rat und werden von den Lutheranern abgewiesen.

1696

  • Der Jude Jordan wird als Einwohner von Schwerte erwähnt.