Impressum

Kontakt

Das Ruhrtalmuseum

Kultur- und Weiterbildungsbetrieb

- KuWeBe -

Brückstraße 14

58239 Schwerte

Tel. 02304-104822

 

e-Mail

Öffnungszeiten

Di. bis So. 11 bis 17 Uhr

Mo. u. ges. Feiertage geschl.

Das 19. Jahrhundert

1800

  • In Schwerte leben 26 Juden und machen 1,9% der Stadtbevölkerung aus.

1801

  • Die Ruhrschiffahrt wird oberhalb von Wetter eingestellt.
  • Schwerte erhält die Genehmigung, mittwochs einen Kornmarkt abzuhalten. Im Westfälischen Anzeiger wird berichtet: "..An dem heutigen Tage wurden die Verkäufer von den Wirten gastfrei bewirtet und Prämien denen, welche das beste Getreide brachten, in silbernen Löffeln mit schicklichen Devisen bestehend, verteilt.."

1802

  • Bährens tritt für die Pockenschutzimpfung ein.

1803

  • Die Stadt Schwerte zählt 1306 Einwohner.
  • Die Ruhrbrücke bei Villigst wird wieder durch Eisgang beschädigt.

1804

  • In der "Westfälischen Anzeiger" annonciert die lutherische Gemeinde in Schwerte, daß man ein überflüssiges Altarstück der Viktorkirche, das zur ersten Vikarie bzw. Apostelaltar gehöre, abgeben wolle "..vorstellend die Kreuzigung unseres Herrn mit verschiedenen allegorischen Gruppen en bas relief aus der Geschichte Jesu.."

1806-1813

  • Die Franzosenzeit

1806

  • Westfalen wird von den Preußen kampflos geräumt und bis Anfang November von den Franzosen besetzt.
  • Landbaumeister Pistor läßt 3 Eisbrecher an die Ruhrbrücke bei Villigst anlegen, um Schaden bei Eisgang zu vermeiden.

1807

  • Der in Ergste geborene Schulinspektor Hengstenberg berichtet nach einem Besuch in Holzen: Als Schulmeister amtiere ein "..erbärmlicher Schneider.." aus Schwerte, der in einem leeren Backhaus unterrichte.

1808

  • Schwerte, Westhofen und Ergste gehören nun zum Großherzogtum Berg, einem Vasallenstaat unter Napoleans Oberhoheit.
  • Als Konrektor Neuhaus nach 40 Jahren im Amt stirbt und der Lehrer der reformierten Schule Sax an Schwindsucht erkrankt, bricht in Schwerte ein Schulnotstand aus. Schulinspektor Hengstenberg berichtet: "..Das Schulwesen in Schwerte befindet sich gegenwärtig in der traurigsten Verfassung.."

1809

  • Die Mairie Schwerte im Kanton Hörde, Arrondissement Dortmund zählt 3.257 Einwohner.
  • Die Wollweberei gilt als der wichstigste Gewerbezweig in der Mairie Schwerte.
  • Die Zünfte in Schwerte werden aufgelöst.

1810

  • Das Zentral-Wohltätigkeitsbüro für den Kanton setzt ein überkonfessionales, lokales Hilfsbüro für Arme in Schwerte ein, dem Müller Siebel, Kommunalempfänger Althoff sowie die beiden Munizipalräte Bährens und Brenner angehören.

1811

  • Alle Verbindungen vom Markt zu den Stadttoren sind auf Steinwegen zu befahren.
  • Matthias vom Hövel beginnt seine Tätigkeit als Lehrer in Schwerte.

1812

  • Vom badischen Großherzog wird Bährens zum Hofrat ernannt.
  • Die Akzisestube und die ehemalige Küche im Alten Rathaus werden in Schulzimmer umgewandelt.

1813

  • November: Abziehende französische Truppen ziehen an Schwerte vorbei westwärts, verfolgt von Kosaken. Schwerte und seine Umgebung muß in dieser Zeit Einquartierungen und Vorspanndienste über sich ergehen lassen.

1816-1817

  • Hungerkrise: Die Chronik der Stadt Westhofen berichtet von einer großen Näße, wodurch die Aussaat erstickte, die Kartoffeln verfaulten, das Heu verdarb und das Vieh krepierte.

1816

  • Jüdische Gottesdienste finden im Haus der Witwe Moses Herz (heute Hellpothstr. 7.) statt.
  • Adolph Klewitz betreibt im Keller seines Hauses in der Großen Markt Straße eine mit Göpelwerk betriebene Ölmühle.
  • Heinrich Diedrich Nettmann, Wolltuchmanufaktur in Westhofen, führt Spinn- und Schermaschinen ein und beschäftigt bis 1823 120 Arbeiter.
  • Weil Teile des Kämmereiwaldes wegen Aufforstung für das Vieh gesperrt sind, treiben "..über 100 Weiber..", die sich vor dem Ostentor "..zusammengerottet.." hatten, ihre Kühe in ein Waldstück, das großenteils in Schonung liegt. Der Bürgermeister Mitsdörffer schreibt: "..Wer das wilde Geschrey gehört und das Durcheinanderlaufen der Weiber gesehen, konnte nichts anders glauben, als er sähe eine Rotte Menschen aus dem rohesten Weltteile.."

1818

  • Als der Vorsteher der jüdischen Gemeinde Schwerte-Westhofen, Abraham Wolff zurücktritt, weigert sich Bürgermeister Mitsdörffer einen Nachfolger zu benennen. Er denunziert den "Schacherhandel" und verweigert einzelnen jüdischen Kaufleuten die Ansiedlung in seinem Amtsbezirk.

1819-1833

  • In mehreren Etappen entsteht die heutige Straße bis Letmathe.

1819

  • Johann Diedrich Theile aus Oestrich erwirbt die Wasserrechte am Elsebach und beginnt Ketten herzustellen.
  • Ludwig Freiherr von Elverfeld beauftragt den Elberfelder Baumeister Engelbert Kleinhanz mit der Umgestaltung von Haus Villigst. (1831 beendet)

1820

  • In Westhofen wird der neue Friedhof westlich der Stadt eingeweiht.

1821

  • Nach einem Blitzeinschlag zu Neujahr 1820 erhält der Turm von St. Viktor einen Blitzableiter.
  • In Schwerte wird der neue Friedhof an der heutigen Bahnhofstr. feierlich eingeweiht.
  • Am 28. November bricht in einer Scheune in Ergste ein Brand aus. Die Kirche, das Kuster- und Lehrerhaus sowie 10 weitere Gebäude fallen dem Brand zum Opfer.
  • Nach dem Tod der Lehrer Lohmann wird als Konrektor der "Gesamtbürgerschule" der aus Witten stammende Sörgel berufen.

1824

  • Der aus Mannheim zugereiste Chemiker Carl Friedrichs Werkshagen legt am Walkmühlenteich in Schwerte ein Laboratorium an, um Ammoniak zu gewinnen und Farbstoffe zu produzieren.

1825

  • Konrektor Sörgel führt in Schwerte das kirchliche Chorsingen ein.

1826

  • Zum erstenmal seit 1798 findet in Schwerte ein Schützenfest statt.

1827-1829

  • Die Urkataster von Schwerte wird erstellt und schafft die Voraussetzung, um die Grundsteuer exakt zu ermitteln.

1827-1882

  • Der aus Elberfeld stammende protestantische Pfarrer Karl Niepmann (1802-1882) wird Pfarrer der kleineren (reformierten) Gemeinde zu Schwerte. Er veröffentlicht Predigten sowie ein Buch über "Die Kindererweckung zu Elberfeld aus dem Jahr 1816" (1861). Er folgt Bährens als Schwerter Chronist.

1828

  • In Schwerte weigern sich 82 der knapp 100 reformierten Haushalte eine Union mit den Lutheranern einzugehen.

1829-1830

  • Die Stadt Schwerte richtet provisorisch zwei Zimmer im Rathaus als Klassenräume her.

1829-1883

  • Der protestantische Pfarrer Ludwig Neuhaus (1802-1883) aus Uentrop kommt nach Westhofen. Er setzt die Westhofener Ortschronik fort und hinterläßt eine Beschreibung des Amtes Westhofen, die postum (1889) veröffentlicht wird.
  • Franz Leopold Heinrich Schütte wird als dritter Pfarrer und Rektor in Schwerte ordiniert. Nach Bährens Tod rückt er 1833 auf die zweite und 1849 auf die erste Pfarrstelle nach. Er veröffentlicht 1874 seine "Chronik der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Schwerte".

1830-1831

  • Hungerkrise: Der Schwerter Magistrat berichtet; "..die Roggenernte ist in hiesigen Gegend im vorigen Jahr fast gänzlich misraten und unter den 20 Landleuten sind kaum 2, die ein Auskommen an Brodkorn haben.."

1831

  • In Schwerte konstituiert sich eine "Weberlade". Sie heißt auch "Totenlade" und sorgt hauptsächlich für ein ordentliches Begräbnis ihrer Mitglieder.
  • Leopold Schütte leitet die Rektoratsschule als Privatschule mit dem Ziel der "..Bildung eines tüchtigen Bürgerstandes.."

1832

  • Ferdinand Kniebe nimmt seine Tätigkeit als Lehrer in Schwerte auf.

1833

  • Kurz von seinem Tod wird Bährens vom preußischen König mit dem Roten Adlerorden 4.Klasse ausgezeichnet.
  • Theodor Nettmann, Bruder von Heinrich Diedrich Nettmann, errichtet vor dem Westhofener Ostentor eine kleinere Tuchmanufaktur.

1834

  • In Westhofen gründet der Lehrer Becker den Sängerchor "Eintracht".

1835

  • Der Stadt Schwerte übernimmt die revidierte Städteordnung. Die Wahl der neuen Stadtverordneten verzögert sich, weil der Stadtrat zunächst die Schichten befragen läßt.

1837

  • Aus baupolizeilichen Gründen wird die seit 1686 benutzte Marienkapelle vor dem Hüsingtor geschlossen.
  • Johann Gravemann aus Dortmund wird zum hauptamtlichen Bürgermeister von Schwerte gewählt.
  • Die neue sog. Marktschule wird am 3. August eingeweiht. Das Grundstück in der Westenstraße wurde vom dem Juden Moses Stern zur Verfügung gestellt. Treibende Kraft ist der Kaufmann Friedrich Theodor Fleitmann.

1840

  • Bevölkerungszählung: Insgesamt 53 Schwerter bezeichnen sich als "Ackerbürger" und leben ausschließlich oder überwiegend von der Landwirtschaft. Weitere 62 Bewohner geben an, Leinen- oder Drillweber zu sein.
  • Die baufällig gewordene Marienkapelle am Hüsingtor wird abgebrochen.

1841

  • Die Stadtverordnetenversammlung lehnt die Gründung einer Sparkasse mit der Bermerkung ab, dass "..von den handarbeitenden Klassen bei dem geringen Verdienste wenige Ersparnisse zu erwarten sind.."

1843

  • Der Iserlohner Deutelmoser betreibt in der Brückstraße eine Bronzewarenfabrik mit ca. 70 Arbeiter.
  • Theodor Fleitmann besucht die Hagener Gewerbeschule (bis 1845).

1844-1847

  • Hungerkrise: Eine "Suppenanstalt" wird eingerichtet, die Suppe für 200 Personen ausgibt. Brotmarken werden für 168 Schwerter Familien gedruckt.

1845-1847

  • Der Bau der Chaussee von Schwerte über Westhofen bis zur Geitebrücke bei (Hagen-) Eckesey wird fertiggestellt.

1845

  • In Schwerte konstituiert sich die "Bürgergesellschaft". Sie bezweckt "..Erholung durch geselliger Vergnügen, Beförderung der Humanität sowie Belehrung durch Halten gemeinnütziger Schriften und durch gegenseitigen Austausch von Erfahrungen im allgemeinen,.." Sie wird auch "Gesellschaft Erholung" genannt.
  • Theodor Fleitmann schreibt sich an der Universität Gießen als Student der Chemie, Mineralogie und Physik ein. Dort zählt er zu den Schülern von Justus Liebig.

1847

  • Deutelmoser verlegt seine Bronzewarenfabrik zurück nach Iserlohn und hinterläßt viele Arbeitslose in Schwerte.
  • Nach sieben Jahren ohne eigene Kirche wird für die Katholiken eine Notkirche mit 100 Sitz- und 50 Stehplätze in der Kleppingstraße eingerichtet.
  • Konrektor der "Gesamtbürgerschule" in Schwerte, Sörgel, erschießt sich auf der Hohensyburg wahnsinnig vor Schmerzen in Unterleib.
  • Die Handwerkerfortbildungsschule wird gegründet. Aus Geldmangel geht schon im folgenden Jahr ein.

1848-1849

  • Die Bürger von Westhofen und Schwerte unterstützen mehrheitlich die kleindeutschpreußische (konstitutionell orientierte) Verfassungsbewegung. Das Scheitern dieser Bewegung erregt Enttäuschung und Verbitterung.

1848

  • Der Konstitutionelle Verein versammelt sich in der Schule am Markt. Sie nehmen "..einige hiesige Eingesessene.." vor, die sie "..für Republicaner halten müssen.." und bringen ihnen "..eine Art Katzenmusik..", vor allem Dr. Crone. In der Folgezeit werden ähnliche Aktionen gegen Crone sowie die Familien Mitsdörffer und Beckhaus wiederholt.
  • Die Stadtverordneten, geführt von Auktionator Eschmann, versuchen den Bürgermeister Gravemann abzusetzen. Das Vorhaben scheitert "..in Folge Protestation der Einwohner.."

1849

  • Die Weberlade löst sich auf.
  • Neben der Rektoratsschule entsteht in Schwerte eine "Privaterziehungsanstalt", die von Lehrern und Pfarrern betrieben wird.
  • Als Nachfolge von Gravemann wird der Sohn des früheren Bürgermeisters Mitsdörffer gewählt.
  • Das Kreisgericht Hamm verurteilt den Schwerte Friedrich Schmitz zu vier Monaten Haft wegen Majestätsbeleidigung.
  • Justus Liebig nimmt Theodor Fleitmanns Arbeit über Metaphosphorsäuren als Dissertation an.

1850

  • Nach Einführung der Gemeindeordnung wird die Stadtverordneten-Versammlung abgelöst und durch den 12köpfigen Gemeinderat ersetzt.

1851

  • Die Rektoratsschule und Privaterziehungsanstalt vereinigen sich zu einer vierklassigen Privatschule, in der Französisch, Latein, Englisch, Rechnen, Geschichte, Naturkunde, Religion, Schönschreiben und Zeichnen gegen ein Jahresschulgeld bis zu 18 Rtlr. gelehrt wird.
  • Auf Grund zwischenzeitlicher Spannungen mit seinem Lehrer löst Theodor Fleitmann seinen Vertrag als Assistent von Justus Liebig. Er übernimmt die Stelle als Direktor der Nickelhütte von Herbers, Witte & Co. in Iserlohn an.

1853

  • Die Sparkasse der Stadt Schwerte und des Amtes Westhofen wird gegrundet. Zum Rendanten wird der Lehrer Heinrich Weißgeber gewählt.

1854

  • Die Juden in Schwerte und Westhofen bilden auf der Grundlage des Gesetzes von 1847 eine Gemeinde, der Isaak Hecht, Joseph Reifenberg und Moses Heinemann vorstehen. Hecht und Reifenberg treten für die Gemeinde als Käufer des Hauses Große Marktstraße 9 auf, das fortan als Synagoge dient.
  • Der Schwerter Lehrer, Matthias vom Hövel, erhält bei seinem 50jährigen Dienstjubiläum ein königliches Ehrenzeichnen.

1856-1858

  • Frau Schulze-Berge ist an der Ergster Mädchenklasse tätig.

1856

  • Nach Einführung der Westfälischen Städteordnung löst wiederum eine Stadtverordneten-Versammlung den Gemeinderat ab.
  • Heinrich und Wilhelm Heimann richten in Ergste ein Handelsgeschäft mit Ketten ein, das ländliche Schmiede beschäftigt.
  • In der Synagoge, Große Marktstraße 9, unterrichtet der Salomon Säger an der jüdischen Privatschule.

1857

  • Die ersten Straßenbeleuchtung wird in Schwerte aufgestellt.
  • Die Höhere Stadtschule (aus der Privaterziehungsanstalt und Rektoratsschule hervorgegangen) nimmt ihren Betrieb mit drei Lehrern auf.
  • Luise Lohde aus Moers wird als Lehrerin engagiert, um 20 Honoratiorentöchter unterricht zu erteilen. Schullokal ist die Wohnung der Witwe Großenbräuker.
  • Die erneute Gründung einer Handwerkerfortbildungsschule wird von der Regierung angeregt. Sie wird als Pflichtschule eingerichtet und ist vom Bestand.

1859

  • Dr. Theobald löst Schulte-Nölle als Rektor der Höheren Stadtschule ab.

1860

  • Der Neubau der Marienkirche am Hüsingtor wird begonnen. Treibende Kraft ist der Pfarrer Friedrich Theodor Hammerstein.
  • Die Höhere Stadtschule zieht aus der Gesamtschule am Markt aus und in ein eigenes Gebäude am Ostentor ein.
  • Charlotte Lohde folgt ihrer Schwester als Lehrerin der Honoratiorentöchter.

1862

  • Marie Pfefferkorn folgt Charlotte Lohde als Lehrerin der Honoratiorentöchter.

1863

  • Wilhelm Engels betreibt in Westhofen eine Zigarrenfabrik.
  • In Schwerte wird eine Gesellenlade, eine Selbsthilfeorganisation von Handwerkern gegründet.
  • Die neue Marienkirche am Hüsingtor wird fertiggestellt und eingeweiht. Bald danach erweist sich die neue Kirche als zu klein.

1864

  • Die Brauerei Wilhelm Ostermann wird in Schwerte gegründet.
  • In Ergste wird der Männergesangsverein gegründet.

1866

  • In Schwerte bricht die Cholera aus. Als Folge des Deutsch-Dänischen Krieges erreicht die Epidemie Schwerte am 3. Sept. Bis zum letzten Cholerafall im Januar 1867 erkranken 110 Einwohner, davon sterben 62.

1867

  • Schwerte erhält den Bahnanschluß. Die Stadtbevölkerung vergrößert sich rapide (1867 = 3.000 - 1900= 12.000).
  • In Schwerte gibt es 5 Brauereien.
  • Der Kölner Friedrich Mönnich (1832-1901) wird zum Bürgermeister von Schwerte gewählt.

1868

  • Das Schwerter Wochenblatt erscheint zum ersten Mal. Herausgegeben wird es von dem aus Wuppertal zugewanderten Carl Braus.
  • Industriebetriebe siedeln sich in Schwerte an, u.a. Havers Papierfabrik sowie ein Blechwalzwerk von Wilhelm Rath aus Hörde.
  • Für ein weiteres Werk in Schwerte erwirbt Theodor Fleitmann Grundstücke nördlich des Schwerter Bahnhofs.
  • Schwerte gründet eine kommunale Gasanstalt, die Kohle aus dem Ruhrgebiet verarbeitet.

1869

  • Gaslaternen werden in Schwerte eingeführt.
  • Landwirt Schulte-Nölle eröffnet seine Badeanstalt, Wellenbad, in Geisecke.
  • Der Bahnhof in Westhofen wird eröffnet.
  • Franzikanerinnen aus Salzkotten grunden eine Niederlassung in der Hagenerstraße in der Kranke stationär behandelt werden.
  • Im November beschließt die Stadtverordnetenversammlung die Erweiterung des Marktplatzes. Die an der ev. Kirche liegende Besitzung von Heinrich Gockel sei anzukaufen und Wilhelm Rasche mit der Durchführung zu beauftragen.

1870-1871

  • Deutsch-Französischer Krieg

1870

  • Die Räder der Schwerter Betriebe stehen still weil alle Kohle an die Front geht.
  • Das Evangelische Krankenhaus wird eingeweiht.

1871

  • Als der Sieg über die Franzosen feststeht, feiert Schwerte und pflanzt am 22.März eine Friedenseiche.
  • Am 19. u. 20. August werden die aus dem Krieg zurückkehrenden Soldaten begrüßt und das Denkmal am heutigen Postplatz eingeweiht. Das Denkmal wird von dem Kölner Bildhauer W.J.Peters aus Niedermendinger Stein geschaffen und kostet 2400 Mark.

1872

  • Dem Einspruch von 40 Schwerter Hausbesitzern, voran Apotheke Wigginghaus, gegen das Vorhaben der Stadt Dortmund Wasserrohre durch die Stadt zu legen, um Wasser aus der Ruhr über den Haarstrang zu pumpen, wird von der Regierung Arnsberg einen abschlägigen Bescheid erteilt. Daraufhin kann die Dortmunder Pumpstation in Villigst ihre Arbeit aufnehmen.

1874

  • Eine Handwerkerfortbildungsschule wird in Schwerte eingerichtet.

1875

  • Aus dem Schwerter Wochenblatt geht die Schwerter Zeitung hervor.

1876

  • Nach vielen Versuchen gelingt Theodor Fleitmann eine Erfindung, die es ermöglicht, Nickel schon im glühenden Zustand walz- und schmiedbar zu machen. Dieses und ein weiteres Nickel-Plattierungsverfahren läßt er patentieren.

1877

  • Die Schulgesellschaft für Höhere Töchterschule wird gegründet und sorgt für ein Gebäude für die Schule am Ostentor (1902).
  • Der Lichtendorfer Wilhelm Dieckerhoff (1835-1903) steht in Berlin der größten Pferdeklinik vor. Er gehört zu den Tierärzten, denen die Fortentwicklung der Vetinärmedizin zu verdanken ist. Als Standardwerke gelten seine Geschichte der Rinderpest und der Gerichtlichen Tierarztneikunde.

1881

  • In der heutigen Goethestraße entsteht das Marien-Krankenhaus.
  • Die Stadt Schwerte beginnt mit der Verlegung von Wasserleitungen in der Stadt. Das Wasser wird von der Stadt Dortmund abgenommen.

1890

  • Neun kleinen Apostelfiguren aus Alabaster, die im Sockel des großen Schnitzaltars der St. Viktorkirche aufbewahrt werden, werden gestohlen und von den Einbrechern in den Strang geworfen.
  • Die städtische Baupolizeiordnung wird modernisiert und verstärkt die Kontrolle der Gebäude innerhalb der Stadt.
  • Die Kreisbibliothek Hörde eröffnet Zweigstellen in Schwerte und Westhofen.
  • Friedrich Mönnich, der großes Ansehen in der Stadt genießt, wird auf Lebenszeit zum Bürgermeister wieder gewählt.

1891

  • Die Schwerter Straßenpolizeiverordnung wird erlassen und legt allen Mitbürgern Vorschriften für die Beseitigung von Abwässern auf.
  • Die neue evangelische Volksschule vor dem Hüsingtor in der Kuhstraße (Bismarckschule) sowie eine Volksschule auf der Schwerterheide werden eingeweiht.

1892

  • Das Schlachthaus entsteht als städtische Einrichtung in der Liethstraße und zwingt alle Einwohner im Umkreis von 2 Kilometern Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen dort fachgerecht schlachten zu lassen.

1896

  • Für den Privatunterricht jüdischer Kinder steht ein eigenes Gebäude am Nordwall zur Verfügung.

1897

  • In einem baupolizeilichen Bericht über eine Arbeiterwohnung in der Ostenstraße heißt es "..die Wände.." seien ".. sämtlich feucht, so daß die Tapete an den Wänden fault.." Es wird ferner festgehalten, daß am Südwall Wohn- und Schlafräume direkt über Ziegen- und Schweineställe lägen und der Dunst in die Schlafzimmer steige.
  • Die Schwerter Gasanstalt wird von der heutigen Gasstraße in die Liethstraße verlegt.
  • Die Spar- und Bauverein Schwerte e.G.m.b.H. wird gegründet. (Heute die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Schwerte eG)

1898

  • Die Stadt Schwerte mobilisiert mit Erfolg mehrere Städte und Gemeinden im mitteleren und unteren Ruhrtal gegen Pläne der Stadt Dortmund, eine 250 ha große Talsperre bei Geisecke zu bauen. Der Dortmunder General Anzeiger notiert: "..Die Schwerter gönnen den Dortmundern nun einmal das überflüssige Ruhrwasser nicht. Mag´s in den Rhein fließen aber die Dortmunder sollen´s nicht haben.."
  • An der Hagenerstraße wird das neue Amtsgericht eingeweiht.
  • Emil Rohrmann (1858-1932) folgt Friedrich Mönnich als Bürgermeister von Schwerte.
  • Der katholische Kaplan, Lorenz Schnurbus kommt von Hörde nach Schwerte und tritt die Pfarrstelle an der Marien-Kirche an.

1899

  • Am 18.März nimmt die Straßenbahnlinie zwischen Hörde und Schwerte ihren Betrieb auf.